Das Projekt "I Free Myself"

Als moderne Nomadin möchte ich frei sein, die Welt ist mein Zuhause.

 

Leider fühle ich mich immer wieder von der "gesellschaftlich akzeptierten" Lebensweise und den vorgegebenen Regeln ziemlich eingeengt und frage mich oft: "Warum bin ich auf meinen Reisen so glücklich und fühle mich so frei, und warum kann ich dieses Gefühl nicht in den Alltag übertragen?"

 

Theo Fischer schreibt in seinem Buch "Lass Dich vom Tao leben - Wu wei in der Praxis" so treffend "Diese Begrenzungen unserer Existenz und unseres Handlungsspielraumes hat unsere Erfahrung festgelegt - sie bilden zugleich die Grenzen unserer Freiheit."

Also wird mich das Handeln nach meinem gewohnten Mustern auch immer wieder an den selben Punkt im Leben bringen und ich werde auch immer wieder mit dem Gefühl des "Eingesperrt seins" konfrontiert werden.

 

"Bin ich denn nun eine Sklavin meiner Besitztümer? Muss ich mich denn nun wirklich immer nur von Urlaub zu Urlaub hangeln und dazwischen ist das Leben geprägt von Waschplan, Putzplan, Zahlplan und welche Pläne es sonst noch gibt, die einem jegliche Flexibilität im Leben nehmen und einem eine vermeindliche Sicherheit vorgaukeln möchten? Ist das wirklich so? Oder sitzen die Grenzen nur in meinem Kopf?"

 

Nun möchte ich ein Experiment starten, das Projekt "I free myself".

 

Jeden Tag versuche ich nun neue Wege zu gehen, mich vom alten Ballast loszusagen (sei es nun materieller oder geistiger Ballast), meine Besitztümer auf das absolute Minimum zu reduzieren, meine Lebensweise für mich akzeptabel zu gestalten und die Grenzen meiner Freiheit niederzureissen.

 

Das ganze Leben ist eine Reise, jeden Tag gibt es Neues zu entdecken.

 

Einzig unser "Verstand" gaukelt uns die Illusion einer gesicherten Existenz vor. Eine Illusion für die wir den Preis unserer Freiheit zahlen müssen, jeden Tag ins Büro und zur Arbeit rennen, uns aufopfern, uns jeden Tag in das Hamsterrad unseres Lebens gegeben und dennoch geplagt sind von Existenzängsten.

Aber wie kommt es zu diesen Ängsten? Ganz tief in uns weiss diese verborgene "Stimme", dass es die erhoffte Sicherheit nicht gibt. Dass man den stetigen Wandel auf der Welt nicht aufhalten kann. Egal wie viele Versicherungen man abschliesst, egal wie viel Energie man aufbringt um die Veränderung aufzuhalten, egal wieviel Geld man zur Seite legt...

 

Mir ist dennoch klar, dass es gewisse Spielregeln auf dieser Welt gibt, die man nun mal einfach akzeptieren muss. Ein Kampf gegen Windmühlen, nur weil man mit dem System nicht einverstanden ist, verbrennt genauso viel Energie wie der tägliche Marathon im Hamsterrad. 

Der Taoismus lehrt mit der Energie zu gehen, sich nicht gegen sie zu stellen. Flexibel zu sein und die Dinge so zu nehmen, wie sie sind.

Den eigenen Weg zu gehen ohne dabei fatalistischen Weltanschauungen nachzuhängen und diese militant gegen alle zu vertreten.

 

Was heisst das nun in meinem Fall konkret? 

Ich arbeite weiterhin, denn ich arbeite gerne! Ich habe nur keinen "Nine to Five" Bürojob mehr, von dem ich danach unzufrieden und gestresst nach Hause renne, um mich dort noch weitere Stunden der Haushaltspflege zu widmen, um dann am Abend völlig erschöpft auf der Couch zusammenzubrechen.

 

Ich arbeite an den verschiedensten Projekten und ich arbeite dort, wo ich gerade bin. Oder umgekehrt, ich bin gerade dort, wo ich arbeite. Wie auch immer, es ist Teil des Lebens und nicht das Einzige im Leben. Es ist ein Teil der Reise... neben vielem anderen mehr...

 

Meine Erfahrungen und interessante Stories hierzu möchte ich gerne mit Euch teilen. 


Schritt 1 - oder "Aller Anfang ist schwer"

 

Ich befreie mich derzeit von allen unnötigen Besitztümern, die ich in den letzten Jahren angesammelt habe.

 

Man staunt nicht schlecht, wieviel unnützes Zeug man da aus den Untiefen der Schränke hervorkramt. Teilweise hat man die Sachen schon länger als ein Jahr nicht mehr in der Hand gehabt, einiges war sogar noch ungenutzt. Manchmal habe ich schon vergessen, dass ich das überhaupt besitze. 

 

Ich möchte die Dinge jedoch nicht einfach nur weg werfen. Ich möchte teilen und schenken (zumindest bei den Dingen, die einwandfrei sind).

Seid gespannt auf meine Erfahrungen.

 

Schritt 2

 

Ich vermiete meine Wohnung unter. Zunächst für drei Monate. Dann sehen wir weiter.

Meine Habseligkeiten, die Schritt 1 überlebt haben, werde ich in einem kleinen Storageroom unterbringen. So kann ich zB. meine Kleidung je nach Saison ins Auto packen.

In dieser Zeit möchte ich, wie auf meinen Roadtrips auch, immer an dem Ort, an dem ich gerade bin, sei es zum Reisen, sei es zum Arbeiten eine Unterkunft suchen. Ganz flexibel, ganz frei.

 

Schritt 3

 

Ich versuche nun in den nächsten 3 Monaten mit 50€ durchschnittlich am Tag zu reisen. Sportliches Ziel, aber ich bin sehr gespannt, was es für Möglichkeiten geben wird.