Ein Herbstwochenende im Elsass

Ich glaube die schönste Zeit, um ein gemütliches Wochenende im Elsass zu verbringen, ist der goldene Herbst.

Die Farbenpracht, mit der sich die Reben an die Hänge der Vogesen schmiegen, lässt jedes Herz ein bisschen höher schlagen. Vor allem das der Weinliebhaber. Überall in den kleinen Dörfern entlang der Weinstrasse (Route de Vins d' Alsace) zwischen Thann und Marlenheim kann man nun Weissweine und Crémants aus dem Elsass degustieren.

 

Beginnt Euer Wochenende doch in Colmar, der Hauptstadt der elsässischen Weine und auch weltweit bekannt für seinen wunderschönen Weihnachtsmarkt (Marché de Noel).

 

Was mir an Colmar so sehr gefällt, sind die engen Gassen der Altstadt, gezäumt von liebevoll dekorierten und bunten Fachwerkhäusern, die zu einem gemütlichen Spaziergang einladen. Man flaniert entlang der vielen kleinen Shops und Boutiquen - von französischer Mode bis hin zu den typischen elsässischen Kougelhopfformen aus bunter Keramik gibt es hier einfach alles. In der Markthalle von Colmar findet ihr viele leckere Spezialitäten aus der Region. Und ich kann Euch einen Besuch wirklich ans Herz legen, denn die Besonderheit an der Markthalle ist die Terrasse, die über dem Fluss Lauch liegt, der einen Teil der Altstadt mit seinen Kanälen durchzieht. Auf dieser Terrasse könnt ihr alle Köstlichkeiten und Weine in lauschigem Ambiente und Sonnenschein geniessen, während - ganz wie in Venedig auch - kleine Boote an Euch vorbeifahren.

Wen wundert es da, dass der hier angrenzende und unglaublich schöne Stadtteil Petite Venice genannt wird. Über kleine Brücken quert ihr die Kanäle und bestaunt die bunte Blumenpracht, mit der jede Brüstung dekoriert ist.

 

Schaut bei einem Spaziergang durch die Stadt mal auf den Boden. Euch werden kleine dreieckige Wegweiser mit der Freiheitsstatue auffallen. Doch was hat Colmar mit der Freiheitsstatue zu tun? Einer der bekanntesten Söhne Colmars war Frédéric-Auguste Bartholdi, und dessen bekanntestes Werk eben jene weltberühmte Dame und Monument auf Liberty Island, New Yersey. 

Riquewihr

 

Mir hat das kleine Dörfchen Riquewihr besonders gut gefallen mit seinen für die Region typischen kunterbunten Fachwerkhäusern.

Im Touristenbüro gibt es eine kleine Karte des Ortes auf der die interessantesten Häuser mit kurzen Erklärungen markiert sind. Umgeben ist das Dorf von einer alten Stadtmauer, entlang derer es zwei recht interessante Museen gibt. Das Musée de Dolder direkt am Turm und das Diebesturmmuseum.

Riquewihr ist somit ideal an einem Tag zu erkunden. Und da der historische Ortskern autofrei ist, gibt es rund um das Dorf viele Parkplätze.

Schlendert doch einfach durch die verwinkelten Gassen und geniesst in einer der vielen kleinen Cafés einen Weisswein aus den typischen Römern mit ihren grün gewundenen Stielen, begleitet von einem leckeren Flammkuchen. Wer gerne auch ein paar Flaschen Wein mitnehmen möchte, der wird hier in den unzähligen Kellereien fündig.

Haltet Ausschau nach den vielen kleinen Backstuben, die Kokosmakronen in den unterschiedlichsten Varianten anbieten. Probiert mal eine. Und ich verspreche Euch, Ihr werdet von dieser süssen Köstlichkeit so begeistert sein, dass Ihr danach direkt eine ganze Tüte mitnehmen werdet.

Das Schloss Haut Koenigsbourg ist auf alle Fälle ein Besuch wert und nicht nur für Geschichtsliebhaber. Der Ausblick, der sich von der Burg aus über die Vogesen und über den oberrheinische Tiefebene bietet, ist atemberaubend. Erwachsene zahlen 9€ für die Tageskarte, Kinder 5€. Für einen kleinen Aufpreis gibt's an der Kasse einen Audioguide mit vielen interessanten Themen rund um das Schloss und dessen Geschichte. Wen darüberhinaus noch mehr Informationen und spannende Mythen interessieren, dem empfehle ich die kostenlosen Gruppenführungen in Deutsch, Englisch oder Französisch.