Ein Roadtrip durch Südfrankreich

Oder Essen wie Gott in der Provence

Tag 1: Valence

Ich begann meinen Roadtrip dieses Jahr in Valence. Ein schönes Städtchen, gemütlich, nicht zu touristisch, jedoch mit einer sehr interessanten Geschichte, wie sich noch herausstellen sollte. Also wie gemacht für den sanften Einstieg in den Urlaub und den Arbeitsalltag hinter sich lassen.

 

Von meinem Zimmerchen aus kommend schlenderte ich über eine Brücke über die Rhône, die hier bereits eine beeindruckende Breite hat. Gemächlich schlängelt sie sich in Richtung Meer  und trennt hier die beiden Departemente Drôme und Ardéche voneinander.

Am Ende der Brücke angekommen entdecke ich einen wunderschönen und grünen Park (Parc Jouvet). Ich blicke kurz hinein und weiß sofort: hier, unter einem der großen, grünen Bäume werde ich den heutigen Tag ausklingen lassen.

 

Weiter geht es über eine Treppe zum Esplanade de Champ de Mars, dem angeblich bekanntesten Wahrzeichen Valence. (Zumindest wenn man der Dame im Touristenbüro Glauben schenkt. Ich für meinen Teil fand die Altstadt und ihre Gebäude wesentlich imposanter ;-))

 

Und so begab ich mich auch direkt in die Altstadt. (Im Touristenbüro erhaltet ihr kostenlos eine Karte von Valence, auf der ein Rundweg durch die Altstadt inkl. Erläuterungen zu den Bauwerken eingezeichnet ist. Der Rundweg dauert ca 1,5 Stunden.) 

 

Doch nun ein wenig mehr über die interessante Geschichte Valences. Immer wieder auf meinem Rundweg stolperte ich über Hinweise auf die armenische Gemeinde in Valence. Also begab ich mich zum Schluss in das "Armenian Heritage Center". In diesem Museum wird eindrücklich die Geschichte der Vertreibung der Armenier, dem Völkermord, der Ankunft der nun heimatlosen Armenier in Frankreich, zunächst in Marseille und später ihre Ausbreitung entlang des Rhônetals beschrieben. Man kann sich dort Audioguides in Französisch der Englisch ausleihen.

 

Hungrig von diesem wunderschönen Tag in Valence ging ich ins das Restaurant "La Tonelle", das ich Euch wärmstens empfehlen möchte.

Tag 2 und 3 an der Ardéche - Ruoms und Vallon Pont d´Arc

Von Valence aus bin ich in Richtung Ardéche gestartet. Wer kennt sie nicht, die Bilder der berühmten Pont d´Arc. Wassersport wird hier ganz groß geschrieben, man kann quasi überall 1er oder 2er Kajaks leihen und Touren auf der Ardéche zwischen 8km und 30km buchen. Neuerdings

folgt man auch dem Trend der Stand up Paddles (SUP), die man nun auch vielerorts leihen kann. (Man sollte jedoch etwas geübt um Umgang damit sein. Nähere Infos findest Du hier.) Empfehlen würde ich Dir das Ganze jedoch eher im Juni oder September. Zur Hauptreisezeit, also Juli und August, kann es auf dem Fluss wirklich sehr voll werden und viele ungeübte Paddler und Kanuten kommen sich mit den Schwimmern in die Quere. Deshalb entschied ich mich, nach einem ausgedehnten Badevergnügen unter der Pont d´Arc diesmal gegen eine Kajaktour und schlenderte lieber durch die kleinen Dörfchen Ruoms und Vallon Pont d´Arc. Und da sich ja alle auf dem Fluss tummelten, konnte ich einige sehr schöne Bilder der Altstadt machen. Wirklich ans Herz legen möchte ich Euch in Vallon Pont d´Arc eine Pause im Le Patio. Eine tolle Bar in einem wunderschön dekorierten Innenhof mit gemütlicher Loungemusik, leckeren Cocktails und Tapas laden zum Entspannen ein.

Tag 4: Barjac

Auf dem Weg von Ruoms nach Uzès kam ich an einem kleinen Städtchen namens Barjac vorbei, das sehr idyllisch auf einem Hügel gelegen ist.

Was zunächst sehr unscheinbar wirkt, entpuppt sich jedoch sehr schnell als wunderschöne Perle des Département Gard, die nicht nur mit einer interessanten und prägenden Geschichte überzeugen kann. Barjac ist heute ein Zentrum für pestizidfreien Anbau. Das Motto der Stadt lautet: 0% Phyto, 100% Barjac.

Tag 5 und 6: Uzès

Wenn irgendwie möglich kommt an einem Mittwoch oder an einem Samstag nach Uzès, denn dann ist Markt auf dem Place aux Herbes. Lokale und regionale Händler bieten Produkte aus der Provence und der Camargue an. Lass Dich treiben in den bunten Farben, dem Duft nach Lavendel, Trüffel, Oliven... Probiere mal hier mal da die leckeren Spezialitäten, dieser unvergessliche Genuss wird Dich garantiert verzaubern.

Wenn Du nun Lust auf mehr bekommen hast, kann ich Dir das Restaurant "d'ici et d'ailleurs" sehr empfehlen. Du sitzt an einem schattigen Plätzchen am Fusse der barocken Kirche Saint-Étienne, etwas abgelegen vom Trubel des Marktplatzes in einer autofreien Strasse. Liebevoll und köstlich zubereitete Rezepte mit leicht orientalischem Hauch warten hier nur darauf, Dich in eine andere Welt abtauchen zu lassen, in der es für einen kurzen Moment nur noch Dich und die leckere Köstlichkeit vor Dir gibt.

Uzès hat aber auch noch viel mehr zu bieten.

Besorgt Euch im Office de Tourisme einen kleinen Stadtplan mit Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die imposantesten davon sind die ehemalige Kathedrale St. Théodorit mit dem bemerkenswerten Tour Fenestrelle genannten Turm sowie der teilweise öffentlich zugängliche Herzogspalst Le Duché (Eintritt 20€ inkl. Führung). Mit etwas Glück trifft man sogar die herzogliche Familie an, die nach wie vor im Palast lebt.

Tag 7 und 8: Aigues-Mortes und SoMmières

Aigues-Mortes heisst soviel wie "tote Wasser" und ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort. Die komplette Altstadt ist von einer sehr gut erhaltenen Stadtmauer und vielen Türmen umgeben. Man kann die Stadt auf dieser Mauer umrunden und in mehreren Stationen mit einem Audio Guide alles über die Geschichte der einstigen Hafenstadt und der umliegenden Lagune erfahren. Der Rundgang "Tours et Remparts d'Aigues-Mortes" startet am Tour de Constance und kostet 8€.

Eine Delikatesse, für die die Stadt sehr bekannt ist, ist die Fougasse d'Aigues-Mortes, ein sehr leckeres und luftiges Hefeteiggebäck mit Orangenwasser und Zucker. Die beste Fougasse findet ihr übrigens in der Boulangerie Olmeda Alain.

 

Sommières ist ein nettes, kleines mittelalterliches Dorf im Departement Gard, das teilweise schon recht verträumt wirkt. Die Besonderheit des Ortes ist jedoch die Brücke, die über den Fluss Vidourle führt. Sie gehört zu den wenigen bewohnten mittelalterlichen Brücken in Europa. (Neben der wohl bekanntesten "Ponte Vecchio" in Florenz)

Und zum Schluss Natur Pur rund um den Lac du Salagou