Im Land des dolce Vita


Unterwegs im Piemont - zwischen weissem Trüffel und Barbaresco

Aperó in der Ape Wine Bar
Aperó in der Ape Wine Bar

Das kleine Städtchen Alba hat mein Herz im Sturm erobert. Rund um den Domplatz häufen sich viele kleine Bars und Restaurants. Abends kann man schon von Weitem luschige Musik aus dem "Ape" hören. Das Ape ist die Wine Bar am Platz, egal ob drinnen oder draussen, nehmt Platz und geniesst ein Gläschen Wein. Passend dazu werden kleine Häppchen serviert, liebevoll angerichtet und äussert lecker.

 

Seid ihr nun so richtig auf den Geschmack gekommen und möchtet nun ein typisches piemontesisches Gericht geniessen?

Typisch piemontesisch? Typisch Alba? Was is(s)t denn typisch Alba?

Der Trüffel! Überall in der Stadt wird er Euch entgegenlächeln. Entlang der Strassen und Gassen finden sich unzählige Shops und kleine Geschäftchen, in denen ihr unzählige Produkte rund um den Trüffel findet. Wenn ihr diesen besonderen Geschmack liebt, werdet ihr Euch in Alba wie im Paradies fühlen. So ging's mir zumindest.

 

Hungrig gewordet? Lust auf Köstlichkeiten aus dem Piemont bekommen? Dann kann ich Euch zwei Restaurants empfehlen.

Das eine ist das Ristorante Museum (http://www.ristorantemuseum.it/). Etwas versteckt in einem Hinterhof geht es ein paar Stufen hinunter in ein atemberaubend schönes Kellergewölbe, in dem man königlich speisen kann. Probiert dort das Menu traditionale. Für ca. 35€ pro Person könnt ihr Euch dort durch die verschiedensten traditionellen Köstlichkeiten Piemonts schlemmen. Darunter zum Beispiel Vitello Tonnato oder Ravioli del Plin.

 

Das zweite Restaurant und mein persönlicher Favorit ist das XXX. Hier wird man Euch vertrüffeln. Egal ob Agnolotti piemontesi oder Rindsfilet, mit Trüffelhaube wird's zur Geschmacksexplosion. Aber nicht nur mit dem weissem Edelpilz kann das Restaurant überzeugen, vielmehr hat es eine ausgezeichnete Weinkarte und eine aussergewöhnlich grosse Auswahl an verschiedenen Grappa und Likören von Winzern aus der Region.


Alba eignet sich auch ausgezeichnet als Startpunkt für verschiedene Ausflüge in die untere Langhe (Bassa Langa), die zu recht weltberühmt wurde für Weine wie den Barolo, Barbaresco, Barbera d'Asti oder Nebbiolo. Die Region eignet sich ausgezeichnet für Touren mit dem Rad. Geprägt von sanften Hügeln, zwischen Reben und Weingütern, erblickt man immer wieder kleine Burgen und verträumte Dörfer. Haltet an, kehrt ein und geniesst die verschiedenen Weine und Köstlichkeiten der Region an lauschigen Schattenplätzen, direkt beim Winzer oder zum Beispiel in der Cafeteria des Castello Crinzane Cavour (www.castellogrinzane.com).

Im Castello befindet sich neben der Cafeteria auch das edle Restaurant von Marc Lanteri, ausgezeichnet vom Michelin Guide für augezeichnetes Essen. Möchtet ihr also mal in einer ganz aussergewöhnlichen Umgebung fürstlich speisen, dann reserviert am Besten einen Tisch unter ristorante@castellogrinzane.com


Weiter geht die Reise in den Langhen. Auf dem Weg nach Barolo streift ihr das kleine Örtchen La Morra. Hoch oben in den Weinbergen trohnt dieser wunderschöne Ort und bietet einen traumhaften Panoramablick über die Region rund um Barolo, seine Reben und Haselnussbäumen. (Belvedere di La Morra)

Wenige Kilometer weiter erreicht ihr dann das kleine, aber weltberühmte Dörfchen Barolo. Ich glaube es kommen gefühlt mindestens 300 Reben auf jeden Einwohner im Ort. Man hat dort die Möglichkeit Weine der Winzer aus dem Umland zu degustieren, begleitet von viele leckeren Spezialitäten aus dem Piemont. Da Barolo jedoch zugegeben touristisch etwas überlaufen ist, hatte ich mich für eine Weinprobe auf dem Weingut Ca' Nueva in Dogliani entschieden. Die Cantina ist ein kleiner Familienbetrieb, die sich auf den Direktvertrieb und auf Degustationen und Feste spezialisiert hat. Wir wurden von der Familie sehr herzlich in Empfang genommen und konnten 8 verschiedene Prosecco und Weine degustieren. Jeder Wein wurde mit einer passenden Speise gereicht, die den Geschmack des jeweiligen Weines noch stärker hervorhob.

Das Wissen des Vaters über den Anbau und die Produktion und seine Passion für Weine machen diese Probe zu etwas ganz Besonderem. Und ihr könnt dort edelste Tröpchen zwischen 8 und 16 Euro im  Durchschnitt erwerben. Eine Fahrt dorthin lohnt sich also auf alle Fälle.